Warum Metallschaber in Kläranlagen versagen
H₂S, organische Säuren und mikrobiell beeinflusste Korrosion (MIC) beschleunigen den metallischen Abbau
Wenn Schwefelwasserstoff (H₂S) in Abwassersysteme gelangt, wandelt er sich in Schwefelsäure um, die die schützenden Oxidschichten auf Metalloberflächen angreift. Gleichzeitig senken all diese organischen Säuren den pH-Wert unter 4, wodurch extrem aggressive Bedingungen entstehen, die die dünnen Schutzfilme auf Metallen zerstören. Hinzu kommt die mikrobiell beeinflusste Korrosion (MIC), die die Situation noch weiter verschärft. Diese sulfatreduzierenden Bakterien (SRB) nutzen sowohl Sulfate als auch die Metalle selbst als Nahrungsquelle und verursachen Korrosionsraten, die um 200 bis 400 Prozent höher liegen als bei herkömmlichen, nicht-biologischen Korrosionsprozessen. Laut verschiedenen Korrosionsingenieurberichten weisen Edelstahlkomponenten, die diesen Bedingungen ausgesetzt sind, typischerweise einen jährlichen Abtrag von 0,8 bis 1,2 Millimetern auf. Das erklärt, warum nahezu die Hälfte (ca. 43 %) der in sauren Umgebungen innerhalb von Kläranlagen eingesetzten Metallschaber alle etwa 18 Monate ausgetauscht werden muss. Die finanziellen Auswirkungen summieren sich rasch, wenn Geräte immer wieder vorzeitig ausfallen.
Galvanische Korrosion und Lochkorrosion in Edelstahl- und Gusseisen-Kratzerkomponenten
Wenn verschiedene Metalle miteinander in Kontakt kommen – beispielsweise Edelstahlbolzen auf Gusseisenrahmen – bilden sich zwischen ihnen galvanische Zellen. Diese kleinen elektrochemischen Reaktionen greifen die Materialien drei- bis fünfmal schneller an als die normale Korrosion es allein tun würde. Chloridionen dringen gerne durch winzige Defekte in Edelstahloberflächen ein; sobald sie ins Innere gelangen, entstehen schädliche Lochkorrosionsstellen, die die Struktur erheblich schwächen. Es gab Fälle, bei denen die strukturelle Integrität bereits nach wenigen Jahren Exposition um etwa 40 bis 60 Prozent abfiel. Gleichzeitig weist auch Gusseisen eigene Probleme auf: Der Graphit in diesen Werkstoffen korrodiert zuerst, während die Ferritanteile sich auflösen und eine Struktur hinterlassen, die optisch an Schweizer Käse erinnert, jedoch nicht mehr ausreichend tragfähig ist. Die Situation verschlechtert sich noch weiter, wenn der pH-Wert unter 4 fällt – was in der Nähe industrieller Anlagen häufig vorkommt. Plötzlich versagen Geräte, die eigentlich zehn Jahre lang halten sollten, bereits nach zwei Jahren. Die Instandhaltungsteams geben rund 74 Prozent mehr Geld für die Reparatur dieser metallbedingten Ausfälle aus, verglichen mit dem einfachen Austausch der Teile durch Kunststoffschaber – was zwar zunächst teurer erscheinen mag, sich aber langfristig als kostensparend erweist.
Wie Kunststoffschaber eine überlegene Korrosionsbeständigkeit erreichen
Elektrochemische Inertheit: Keine Oxidation oder Ionenauslaugung bei aggressiver Abwasserchemie
Materialien wie hochmolekulares Polyethylen (UHMWPE) und Nylon 6/66 zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter rauen Bedingungen nicht chemisch reagieren. Diese technischen Polymere oxidieren einfach nicht und setzen keine Ionen frei, wenn sie korrosiven Abwässern ausgesetzt sind. Was sie besonders macht, ist ihre molekulare Struktur, die überhaupt keinen elektrischen Strom leitet – daher besteht keinerlei Risiko einer galvanischen Korrosion zwischen unterschiedlichen Materialien. Der Dichte-Bereich dieser Kunststoffe liegt bei etwa 0,94 bis 0,98 Gramm pro Kubikzentimeter, wodurch Oberflächen entstehen, die so dicht sind, dass Mikroben nur schwer daran haften können und Chemikalien nur schwer eindringen. Selbst bei Chlor-Konzentrationen von bis zu 500 Teilen pro Million oder Schwefelsäure-Lösungen mit einem pH-Wert unter 1 behalten diese Materialien bemerkenswert gut rund 98 % ihrer Korrosionsbeständigkeit. Laboruntersuchungen mit beschleunigter Alterung zeigen zudem Beeindruckendes: Nach einer äquivalenten realen Exposition von etwa 10.000 Stunden unter extrem sauren bis alkalischen Bedingungen im pH-Bereich von 2 bis 12 behalten die Materialien noch etwa 89 % ihrer ursprünglichen Zugfestigkeit. Diese Art von Haltbarkeit bedeutet, dass Polymerkomponenten deutlich länger als herkömmliche metallische Alternativen halten, bevor erste Anzeichen einer Degradation auftreten.
Chemikalienbeständigkeit von Nylon 6/66 und UHMWPE gegenüber Sulfiden, Chlor-Rückständen und organischen Verbindungen bei niedrigem pH-Wert
Nylon 6/66 weist eine sehr hohe Beständigkeit gegenüber den in anaeroben Faultanks vorkommenden Wasserstoffsulfid-Konzentrationen auf. UHMWPE hingegen besitzt eine wasserabweisende Oberfläche, die saure Verbindungen bei niedrigeren pH-Werten abwehrt – Verbindungen, die metallische Oberflächen oft stark angreifen. Bei der Beständigkeit gegenüber chlorbasierten Desinfektionsmitteln sowie gegenüber Rissbildung durch Sulfide schneiden diese Kunststoffe laut beschleunigten Prüfungen viermal besser ab als epoxidbeschichtete Metalle. Diese ausgeprägte Chemikalienbeständigkeit wirkt sich zudem erheblich auf die Kosten aus: Untersuchungen an Abwassersystemen zeigen, dass Betreiber bei Einsatz dieser Materialien im Vergleich zu Edelstahl-Lösungen rund zwei Drittel der Gesamtkosten einsparen.
Konstruktive Vorteile von Kunststoffschabern jenseits der Korrosionsbeständigkeit
Mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) mindern: Nichtleitende und nichtnahrhafte Oberflächen hemmen die Bildung von Biofilmen sulfatreduzierender Bakterien (SRB)
Kunststoffschaber wirken tatsächlich recht gut gegen mikrobiell beeinflusste Korrosion (MIC), da sie zwei wesentliche Faktoren beseitigen, die diese Korrosionsart begünstigen: elektrochemische Reaktionen und verfügbare Nährstoffe. Das Kunststoffmaterial leitet keinen elektrischen Strom, wodurch der Elektronentransfer von sulfatreduzierenden Bakterien (SRB) während ihrer Stoffwechselprozesse gestört wird. Zudem enthält Kunststoff – im Gegensatz zu Metall – keine Kohlenstoffquellen, sodass sich Bakterien beim Bilden jener lästigen Biofilme nicht anlagern können. Untersuchungen aus Kläranlagen zeigen, dass hochmolekulares Polyethylen (UHMWPE) die Anheftung von SRB-Biofilmen um rund 70 % reduzieren kann. Dadurch verringern sich deutlich die Probleme mit Lochkorrosion infolge von Schlammablagerungen, und Betreiber müssen seltener auf teure Biozide oder zeitaufwändige mechanische Reinigungsverfahren zurückgreifen.
Betriebliche Vorteile: Geringerer Wartungsaufwand, längere Lebensdauer und niedrigere Gesamtbetriebskosten im Vergleich zu metallischen Alternativen
Der elektrochemische Stabilitätsfaktor bietet erhebliche Vorteile für den Betrieb vor Ort. Anlagen im ganzen Land verzeichnen bei Umstellung auf diese aus Kunststoffmodulen bestehenden Systeme jährliche Wartungszeiteinsparungen von rund 40 %. Noch besser: Die lästigen Korrosionsprobleme, die früher so viel Technikerzeit in Anspruch nahmen, verschwinden vollständig. Bei Edelstahlteilen sieht die Lage jedoch anders aus: Sie müssen alle zwei Jahre ausgetauscht werden – und hier geht es um beträchtliche Summen, nämlich etwa 700.000 USD plus Mehrwertsteuer pro neu installiertem System. Kunststoffschaber hingegen erzählen eine völlig andere Geschichte: Diese halten über ein Jahrzehnt lang problemlos durch und benötigen lediglich einmal jährlich eine kurze Inspektion. Auch die Zahlen bestätigen dies: Eine Betrachtung der Lebenszykluskosten zeigt Einsparungen von rund 30–35 %, was sich auch in der praktischen Erfahrung bestätigt. Ein Beispiel dafür ist eine Kläranlage im Mittleren Westen der USA: Nach der Umstellung auf Kunststoffschaber konnten innerhalb von nur zwölf Betriebsmonaten nahezu 18 % der Gesamtkosten eingespart werden.
FAQ
Warum versagen Metallschaber in Abwasserumgebungen?
Metallschaber versagen in Abwasserumgebungen aufgrund von Faktoren wie der Umwandlung von Schwefelwasserstoff in Schwefelsäure, der Senkung des pH-Werts und der mikrobiell beeinflussten Korrosion (MIC) durch sulfatreduzierende Bakterien.
Wie erreichen Kunststoffschaber eine überlegene Korrosionsbeständigkeit?
Kunststoffschaber aus Materialien wie UHMWPE und Nylon 6/66 sind elektrochemisch inert und oxidieren bzw. korrodieren nicht unter aggressiven Abwasserbedingungen; sie weisen bis zu 98 % Korrosionsbeständigkeit auf.
Welche betrieblichen Vorteile bieten Kunststoffschaber?
Kunststoffschaber bieten geringeren Wartungsaufwand, längere Lebensdauer und niedrigere Gesamtbetriebskosten. Sie mindern Korrosion, halten über ein Jahrzehnt und müssen seltener ausgetauscht werden als metallische Alternativen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Metallschaber in Kläranlagen versagen
- Wie Kunststoffschaber eine überlegene Korrosionsbeständigkeit erreichen
-
Konstruktive Vorteile von Kunststoffschabern jenseits der Korrosionsbeständigkeit
- Mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) mindern: Nichtleitende und nichtnahrhafte Oberflächen hemmen die Bildung von Biofilmen sulfatreduzierender Bakterien (SRB)
- Betriebliche Vorteile: Geringerer Wartungsaufwand, längere Lebensdauer und niedrigere Gesamtbetriebskosten im Vergleich zu metallischen Alternativen
- FAQ
